Eingewöhnungszeit


Erfahrungsberichte und eigene Erlebnisse zeigen uns, dass wir mit Sorgen und Problemen oftmals nicht alleine da stehen und das es Hoffnung gibt und es irgendwie immer weiter geht. Auf diesen Seiten "von Euch, für Euch" sammeln wir solche Berichte, unterteilt in die Themen: Angsthund, Jagdtrieb, Handycaphunde, Leishmaniose und...

Eingewöhnung / die ersten Tage, Monate, Jahre...

Die erste Zeit im neuen Heim verkraftet jeder Hund anders. Je nach Rasse und Erlebtem gibt es Hunde, die sich innerhalb kurzer Zeit und ganz unproblematisch in den Tagesablauf ihres neuen zu Hauses einleben, andere dagegen müssen die grundlegendsten Dinge, wie z.B. Treppen laufen, Stubenreinheit, an einer Leine laufen, mit Spielzeug spielen usw. erst erlernen und geduldig an den Tagesablauf gewöhnt werden.
Eine Hundepersönlichkeit lernt man so richtig erst im engen, alltäglichen Zusammenleben kennen, so dass die Tierschützer nicht immer im voraus über alle Details einer Hundeseele Auskunft geben können.

Nachfolgend  die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte von Hundehaltern und Pflegestellen über die Erlebnisse, Probleme, Sorgen und Freuden ihrer Hunde im neuen Heim:

1. CARLA - Bonny - Gwendolyn
und die Versuchung, einem weiteren Cocker ein Zuhause zu schenken

2. ZAHIR - sein erstes Jahr
Vom Angsthasen zum souveränen Ersthund

3. LARA - lernt lachen

4. RONDA - das Leben ist wie ein Comic

5. CHIARA - die Chaos-Langnase
Mit manchen Langnasen wird es nie langweilig

6. GAMO - ein Galgo mit Vergangenheit
Gamo erzählt von sich und seinem neuen Leben in Liebe und Freiheit

7. BRAUN de la Mancha
Wie aus einer Kurzzeitpflege Jahre wurden...

8. MORITO's Reise ins Glück und MORITO's neues Leben
Morito erzählt uns, wie er die Reise nach Deutschland erlebt hat und was er nun so alles hier erlebt...

9. BOTTLE - und die Sache mit den leckeren Mitbewohnern
Katzen, Kinder, Hasen, nichts "war" vor ihm sicher!

10. PEPPER und JAY
Jay's großes Problem mit dem alleine bleiben...

11. Unser Freund SHADOW
Einfach eine Geschichte, wie es so ist, wenn ein neuer Hausbewohner kommt...

 


CARLA - Bonny - Gwendolyn

Hallo, ich bin’s, die Gwendolyn!

Ich hab aber schon andere Namen gehabt, alle kriege ich gar nicht mehr zusammen; ich weiß nur noch, dass ich auch Carla genannt wurde, und dass mein Pflegefrauchen mich Bonnie rief.
Aber das ist ja jetzt auch ganz egal, Gwendolyn gefällt mir gut und auch mit Gwendo oder Gwen bin ich gemeint, das habe ich schnell kapiert.

Aber ich wollte Euch doch was erzählen:
Die Zeit in Spanien vergessen wir mal……
Nach einer langen, langen Autofahrt im Februar bin ich zu meiner Pflegemama auf einen schönen großen Bauernhof gekommen; da war vielleicht was los!
Da gab es Platz zum Toben und Spielen, da waren große Pferde und vor allem auch andere Hunde: Iker und seine Mama Tara. Iker wurde ganz schnell zu meinem besten Kumpel. Wir haben den ganzen Tag zusammen gespielt, und obwohl er viel größer ist als ich, war er immer ganz lieb zu mir, sogar wenn ich ihn mal gezwickt habe!
Nun wollen aber unbedingt meine neuen „Eltern“ weitererzählen, okay, dann lass ich sie mal, ich erzähle nachher weiter!

Gwendolyn, wir müssen doch das berichten, was Du nicht so in allen Einzelheiten mitbekommen hast!
Wir sind also die neuen „Eltern“.
Wir wohnen auf einem Dorf in der Lüneburger Heide, haben ein Haus und ein schönes großes Grundstück und haben unser Herz schon lange an Cockerspaniel verloren.
Bis zu Gwendolyns Ankunft in unserer Familie gab es schon die beiden Cocker Grobi und Gianna, beide 5 Jahre alt und ein Dreamteam. Wir haben sie mit 6 bzw. 8 Monaten bekommen, nachdem auch sie eine nicht so schöne Vergangenheit hatten.
Bei uns dreht sich irgendwie alles um die Hunde, ein Leben ohne Hund(e) ist für uns nicht vorstellbar. Das geht einfach nicht! So sind wir auch in einem Internetforum aktiv, in dem es u.a. um die Vermittlung von „Tierschutzcockern“ geht. Immer wieder mal haben wir mit einem weiteren Cockerchen geliebäugelt, wenn mal wieder so ein Schätzchen auf irgendeiner Tierschutzseite auftauchte, aber bisher war die Pflegestelle immer sehr weit entfernt, und uns war es wichtig, dass unser Dreamteam einen weiteren Partner akzeptiert, und- so ein bisschen hatten wir auch immer Zweifel, ob eine solche Entscheidung die richtige wäre…..
Dann aber kam sie- unsere Gwendolyn! Mit ihr ging eigentlich alles sehr schnell, um nicht zu sagen: Die Ereignisse überschlugen sich:
Wir mussten mal wieder zu einem Tierarztbesuch. Unsere Tierärztin fragte uns beiläufig, ob wir denn nicht jemanden wüssten, der eine kleine Ami-Cockerhündin aufnehmen könnte, eine Kollegin hätte so eine in Pflege, gar nicht weit von unserem Wohnort entfernt. (Alarm!) Spontan fiel uns zunächst ein, die Vermittlung dieser Maus dadurch zu beschleunigen, dass wir sie auf einer „Cockerseite“ im Internet einstellen, denn wer einen Cockerspaniel sucht, stöbert sicherlich erst einmal auf speziellen Seiten. Wir bekamen die Telefonnummer der Pflegestelle und riefen noch am gleichen Tag dort an. Die Dame gab uns die „technischen Daten“ der Maus; als wir dabei erfuhren, dass die Maus „blond“ ist, ging bei der heutigen „Mama“ ein verdächtiges Zucken durch’s Gesicht…..
Am gleichen Abend war die Motte jedenfalls auf der Seite von CoSeNot e.V. eingestellt, ein paar Fotos gab es auch schon, und  diese Fotos sowie die Tatsache, dass die Pflegestelle quasi bei uns „um die Ecke“ war, raubten uns den Schlaf….

2 Tage später (immer wieder haben wir uns die Fotos angesehen…) schickte uns die Pflegemama einen Ostergruß mit einem Foto von dem Mäuschen mit einem blauen Schleifchen im Haar in einem Osterkorb.
Oh nein! Das war’s im Prinzip…..!!!! Dann kam alles so, wie es kommen musste.
Zweifel, Fragen:: Machen wir’s oder machen wir’s nicht….. was wäre, wenn…..rufen wir an oder nicht ?!.......
Wir riefen an! -  und ein „Besichtigungstermin“ in 2 Tagen war schnell vereinbart.
Der Termin rückte näher- man gut, denn schlafen konnten wir eh’ nicht mehr…

Endlich war es soweit; Hundis einladen und ab zur Pflegestelle. Die Pflegemama hatte uns schon erwartet und neben 2 größeren Hunden (Tara und Iker) wuselte uns bald ein kleines blondes Bündel zwischen den Beinen herum! Ein Blick zu Mama: „Na? Das war’s, oder?“ …. DAS WAR’S!!!
Grobi & Gianna hatten mit den vielen anderen Gerüchen auf dem Hof so viel zu tun, dass sie sich kaum um das Cockerchen kümmerten, aber wenn, dann wedelten die Schwänzchen!
2 Tage später kam der Gegenbesuch, und es lief super! Am gleichen Abend haben wir noch den Bogen für die Vorauskunft ausgefüllt und versandt und erhielten noch einen netten Anruf von Frau Tydt, die „grünes Licht“ gab, nachdem die Pflegemama ihr von ihrer Vorkontrolle berichtet hatte, Vorbehaltlich hatten wir sowieso schon den „Abholtermin“ am Sonntag abgesprochen…..

Nun kann aber Gwendolyn, die sich zu unserem „Familienclown“ entwickelt, weiter berichten: 

Ja, da bin ich wieder:
Irgendwann kam dann also meine neue Familie mit dem blauen Auto, das sie „Schnuddeltüt“ nennen, weil es extra für die Hunde da ist.
Ich durfte bei „Mama“ auf dem Schoß sitzen, das war toll! Viel schöner als die doofe lange Fahrt mit dem anderen Auto! Das macht nämlich Spaß! Ich sitze jetzt immer hinten zwischen Grobi & Gianna, wenn wir zum Spazi in den Wald fahren.
Ich habe zuhause gleich ein eigenes Körbchen mit einem Spieli-Delphin bekommen, ich darf aber auch in die anderen Körbchen! Null Problemo!  (Es gibt ja auch überall im Haus Kuschelplätze für uns). Ich darf sogar alle Kuscheltiere durch’s ganze Haus schleppen, das mache ich sehr gerne!
Grobi & Gianna sind sehr lieb zu mir, mit Grobi spiele ich unheimlich gern das „krieg mich- jag mich- fang mich-Spiel“ auf dem großen Rasen und nachts schleiche ich mich auch immer in das „große Körbchen“……
„Mama“ bürstet mich täglich, sie sagt das muss sein, damit ich noch hübscher werde! Ich darf überall dabei sein, ich bin doch auch so neugierig! Bei den Spazis im Wald gibt es unheimlich viel zu Schnüffeln, und auch im Garten gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, wenn ich nicht gerade meinen Bällen hinterher jage. Grobi zeigt mir, wie man riesengroße Löcher buddelt und überhaupt: Hier gibt es keine Langeweile! Und wenn wir mal nichts anderes machen, kuscheln wir!
Morgens kommt immer die kleine Mimi zum Frühstück, da freuen wir uns immer alle; die Mimi ist 4 Jahre alt und auch ganz doll lieb. Sie hat auch schon ein Bild von uns gemalt!
Ich glaube, hier bin ich jetzt endlich richtig „angekommen“!

von links nach rechts:
Bine und Uwe, darunter Gwendolyn, Gianna und Grobi - und für jeden ein Herz!

So, das Wichtigste wurde gesagt. Unser Rudel besteht jetzt aus 3 Hunden, und wer es nicht weiß, muss denken, dass das schon immer so war. Bestimmung?....

Auch Gianna, unsere kleine „Chefin im Ring“, hat die Lütte angenommen, es gab keine Rangordnungsprobleme, Gwendolyn ist ein kleiner Sonnenschein, und wir blicken in eine glückliche Zukunft zu fünft!

Ach ja, eines noch: Als wir unserer Tierärztin mitteilen wollten, dass die Motte nun zu uns gehört, kam von einer Mitarbeiterin: „Das haben wir gewusst….“

Noch einmal Danke an alle Beteiligten, durch die wir zu unserer Zaubermaus gekommen sind, besonders an Frau Schneider, die „Pflegemama“, mit der wir von Anfang an auf einer Wellenlänge lagen und an Frau Tydt für den netten Kontakt!
Wir wünschen allen Helfern weiterhin viel Glück bei der Arbeit;
Ihr habt unsere Hochachtung!

Liebe Grüße
von Bine & Uwe
mit den 3 G’s Grobi, Gianna und Gwendolyn


 

ZAHIR , jetzte LEO - vom Angsthasen zum souveränen Ersthund

  

Als ich Leo (Zahir) vor ca. einem Jahr in Deutschland ankam, war ich noch sehr verunsichert. Ich hatte vor fast allem Angst und kannte sehr wenig. Anfangs konnte ich mich draußen nicht lösen, aber nach 3 Tagen hatte ich dann begriffen, was Frauchen und Herrchen von mir wollten. Draußen lief ich teilweise hinter meinen Eltern, wenn uns jemand entgegenkam. Sobald irgendwer den Arm oder die Stimme erhob, habe ich mich vorsichtshalber geduckt, mich gleich auf den Rücken geworfen und/oder unter mich gepieselt. Müllcontainer, abgestellte Fahrräder oder Motorräder haben mir im Dunkeln Angst gemacht. Mit viel Geduld haben mir meine Eltern beigebracht, dass ich mich davor nicht zu fürchten brauche. An der Leine vernünftig laufen, Treppen steigen, auf Ruf kommen, Sitz, Platz, Bleib habe ich schnell gelernt. Ich möchte gefallen und deshalb mache ich alles, was man mir beibringt.
Durch den Stress oder die Futter-Umstellung hatte ich anfangs ziemlich oft Durchfall und Erbrechen. Meine Eltern haben mir dann immer eine Diät mit Hühnchen und Reis verordnet. Seit meine frischgebackenen Hundeeltern sich mit dem Thema Ernährung intensiver beschäftigt haben und nicht mehr die allerbilligsten Futtersorten kaufen, sondern versuchen, mich artgerecht zu ernähren, sind die Magenprobleme auch weg.
Ich freue mich immer sehr, wenn wir andere Hunde zum spielen treffen. Ich bin sehr sozialverträglich und verstehe mich mit Hündinnen oder Rüden gleichermaßen gut. Deshalb haben meine Eltern mir noch einen Kumpel besorgt. Dieser war noch verunsicherter als ich, aber nur in Bezug auf andere Hunde. Ansonsten ist er ziemlich forsch und drängelt sich immer vor, ob es ums Futter oder Streicheleinheiten geht. Mist, eigentlich wolle ich ja gar keinen Kumpel; aber irgendwie ist es jetzt doch schöner!
Da ich ein Podenco-Mischling bin, habe ich eine gewisse Sturheit und Eigenständigkeit an mir. In der Hundeschule lerne ich sehr schnell neue Dinge. Mir wird aber auch schnell langweilig, wenn ich lange warten muss. 100%igen Gehorsam kann man von mir nicht erwarten. Wenn ich Lust habe und den Sinn darin erkennen kann, mache ich die Dinge, die man von mir verlangt und ansonsten eben nicht. Für Menschen, die einen gehorsamen Begleithund suchen, wäre ich nicht der Richtige.
Ich renne sehr gern, aber nur kurze Sprints. Am liebsten mit anderen Hunden. Ein Mal am Tag reicht mir auch zum Glücklichsein. Zum „Am Rad mitlaufen“ eigne ich mich nicht so sehr. Da stellt sich mir wieder die Sinnfrage.
Mein Jagdtrieb ist zum Glück für meine Eltern gering ausgeprägt, aber ich buddele für mein Leben gern nach Mäusen. Im Haus bin ich katzenähnlich, nämlich ruhig und verpennt. Manchmal muss man mich im Haus sogar suchen. Mit den Katzen des Hauses komme ich von Anfang an gut klar, aber fremde Kleintiere haben auf dem Grundstück nichts zu suchen.
Regen und Kälte mag ich gar nicht. Ohne Mantel verlasse ich gar nicht erst das Haus und dann auch nur kurz zum Geschäft erledigen. Winterzeit ist Kuschelzeit. Da mache ich es mir am liebsten vor dem Kamin gemütlich und setze auch zum Leidwesen meiner Eltern etwas Hüftspeck an. Das renne ich mir aber im kommenden Sommerhalbjahr wieder ab. Da bin ich wieder ganz in meinem Element.
Ich bin so froh, dass ich ein schönes Zuhause gefunden habe, wo ich nicht ums Fressen kämpfen muss, mich keiner verjagt, schlägt oder dergleichen, sondern mich alle ganz doll liebhaben! Da nehme ich sogar die Kälte in Deutschland in Kauf!

Viel Glück für alle Zuhause-Suchenden!

Euer Leo

  



"Lara lernt lachen"

  

Am 01.12.07 starb unsere Chow-Hündin Embih völlig überraschend an einem Hirninfarkt. Da sie auch nicht mehr die jüngste war, hatten wir uns ab und zu schon über das "Danach" Gedanken gemacht.
Fest stand: es sollte ein Chow-Chow in Not (also über den Tierschutz) und ein Elo sein, eine neue Rasse, die auf Charaktereigenschaften gezüchtet wird.
Nachdem wir Embih unter vielen Tränen beerdigt hatten, sagte mein Mann, um mich abzulenken sollte ich mich an den Computer setzen und "Bilder" gucken.
Gesagt, getan: schnell hatte ich einen 5 Monate alten Elo-Rüden,der an den Züchter zurückgegeben worden war gefunden. 2 Tage später abgeholt, ohne zu wissen,wie er aussieht und einen Traumhund gefunden.
Kurz danach fand ich dann auch mein Mädchen: Lara, eine 5 jährige Chow-Hündin, Liebe auf den ersten Blick, ich wußte,die oder keine.
Die angegebene Nummer unter Herzklopfen gewählt und von der Organisation Chow in Not an ASPA verwiesen.
Da hieß es dann, daß unsere Maus noch in Spanien lebt und 4 Wochen später mit dem Transport nach Deutschland zu uns kommen würde. Ich konnte es kaum erwarten. Der 30.12.07 war noch so weit.

Als endlich der ersehnte Anruf kam, der Transport ist da, haben wir uns mit Felix auf den Weg gemacht.
In Kassel trafen wir viele Hunde an, die sich über eine Streicheleinheit oder ein liebes Wort freuten. Nur unsere Lara, ein ausgemergeltes Häufchen Elend, war völlig verstört, lief nur im Carree, stellte sich ihr jemand in den Weg, lief sie einfach in die andere Richtung.

Nachdem die Formalitäten erledigt waren, mußten wir sie regelrecht einfangen, wobei sie meinen Mann gebissen hat, er hat sie aber nicht mehr losgelassen.
Halsband an, Leine dran und nix wie weg.

Sobald wir von den anderen weg waren, wurde sie etwas ruhiger. Jetzt hatten wir noch 2 Stunden Fahrt vor uns. Lara hatte ich in den Fußraum zu mir genommen. Dort machte ich bei ihr Touch in, eine leichte Massage zur Beruhigung. Es dauerte keine 30 Minuten und die Süße kam mit den Pfoten auf den Sitz, um mir Küsschen zu geben. Mir standen nicht zum ersten  und wie sich noch zeigen soll, auch nicht zum letzten Mal die Tränen in den Augen.

Zu Hause angekommen, sollte sie erst einmal etwas fressen. An ihr war außer einem riesigen Gesäuge und verfilztem Fell nichts dran. Die Hüfte konnte man mit einer Hand umfassen und hatte Angst, wenn man es zu fest tat, würde sie durchbrechen.
Das Problem nur: sie hat eine Futtermittelallergie und wir wußten nicht worauf und wie sich dies äußert.
Also erst einmal leichte Kost. Nudeln und Putenfleisch. Danach war schlafen angesagt.
Nach einer ruhigen Nacht, sie hat die weiche Decke vor meinem Bett sofort angenommen, stand der erste Spaziergang an. Was soll ich sagen: sie ist nur
gelaufen, nicht geschnuppert, nichts gemacht, nur gelaufen und gelaufen, ihre Geschäfte hat sie dann im Garten erledigt. Das ging über Wochen so.
Am Nachmittag forderte sie uns mit Knurren und angelegten Ohren zum Spielen auf, auch das Sofa wurde schon von ihr erobert.
Da sie auch schon gerne mit uns Schmusen wollte, aber so verfilzt war und stank, habe ich ihr erst einmal die Knoten hinter den Ohren weggeschnitten. Am dritten Tag habe ich angefangen, sie zu kämmen, da ich sie nicht scheren wollte. Sie hat es von Anfang an genossen, obwohl es ziemlich geziept hat. Nach 14 Tagen fand ich, daß es an der Zeit war, den Gestank und Schmutz aus Spanien los zu werden. Also ab in die Badewanne,vorher noch auf die Waage. Ich durfte alles mit ihr machen, keine Abwehr, nur Genießen.

Das größere Problem war die Futtermittelallergie, sie reagierte mit Durchfällen, bis nur noch frisches Blut kam. Bei den Unterlagen, die wir mitbekommen haben, konnten wir mit spanischem Wörterbuch herausbekommen, daß sie auf nahe zu alles allergisch ist.
Nach mehreren  gesundheitlichen Rückschlägen haben wir das richtige Futter gefunden: BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung), Hundekekse werden selbst gebacken.
Für ihre Seele hat sie eine Bachblütentherapie mitgemacht, was ihr sehr gut getan hat. Sie blüht auf und fängt an zu lachen. Die Augen,die so traurig waren, beginnen zu leuchten und sie hat doch so wunderschöne Augen.

Heute, nach knapp 2 Jahren hat Lara viel gelernt und erfahren, aber es kommt noch jeden Tag etwas neues hinzu:
sie hat 8 kg zugenommen, ohne dick zu sein;
sie fährt gerne Auto, nachdem sie begriffen hat, daß sie damit nicht wieder weggebracht wird;
sie klaut kein Essen mehr, das wir auf dem Tisch stehen lassen;
sie spricht mit uns, wenn ihr irgendetwas nicht passt;
sie läuft ohne Leine;
sie geht unglaublich gerne spazieren,
sie hat Felix adoptiert, erzieht und beschützt ihn;
auf unseren Spaziergängen kommt sie mindestens einmal an und will in den Arm genommen und geschmust werden;
sie setzt sich Felix gegenüber durch, wenn er sich bei der Begrüßung vordrängelt;
sie genießt jegliche Form von Körperpflege, sogar fönen;
nachdem sie angekommen ist und ich glaube auch, sie weiß, daß sie nicht wieder weg muß, fängt sie an, ihre ersten 5 Jahre nachzuholen:
sie jagt Vögeln hinterher, sie fordert Kühe auf der Weide zum Spielen auf, sie findet große blonde Hunde toll, sie schmeißt sich in Bäche und Pfützen, anschließend in meine Arme, dabei lacht sie über das ganze Gesicht;
und wir? Wir lieben sie einfach so sehr, sind sehr stolz auf sie und hoffen noch sehr viel Zeit mit ihr verbringen zu dürfen;
Leider haben wir ihren Juckreiz noch nicht im Griff, aber wir arbeiten daran und wenn wir ihn besiegen, hat Lara wohl den Himmel auf Erden, wir
haben ihn jetzt schon.

Heute weiß ich, daß Embih gegangen ist, um uns Lara und Felix zu schicken und wir vier danken allen bei ASPA, die unser Glück ermöglicht haben.   

  



RONDA - das Leben ist wie ein Comic



CHIARA - Die Chaos-Langnase

Hallo Ihr da draußen in der Welt!
Mein Name ist Chiara und ich bin eine Sofa-Galga. Naja, meine Mama nennt mich so. Mein Papa nennt mich „Uschi“ oder „süße WC-Ente“ und meine menschliche Schwester meint, ich sei ein kleines Rentier – wir Rudolph, nur ohne die rote Nase. 

Am 03.10.2006 konnte ich nach Deutschland kommen. Mama und Papa haben mich abgeholt. Sie waren beide sehr aufgeregt und das, obwohl sie ja noch gar nicht wussten, dass sie überhaupt Mama und Papa sind, denn ich sollte ja nur „erstmal“ zur Pflege einziehen.
Das ist natürlich längst Geschichte!
Papa hatte für die Heimfahrt eine Wolldecke ins Auto gelegt, damit ich nicht friere und so hab ich die halbe Heimfahrt ausgestreckt im Heck des Autos verschlafen. Als ich wach wurde, hab ich gedacht: „Was riecht denn da so gut???“
Mama hatte ein Brötchen mit Leberwurst ausgepackt und wollte das aufessen. Aber ich hatte ja schon vorher einen Blick auf Mama geworfen und ich finde, sie hat eh schon „Büffelhüften“, so bin ich aus dem Heck über die Rücklehne gekrabbelt (mein Ridgeback-Mann, den ich da ja noch gar nicht kannte, hatte freundlicherweise einen Tag zuvor das Absperrgitter zerlegt – ach er ist soooo gut zu mir!) und ich hab Mama meinen Kopf auf die Schulter gelegt. Sie war ganz erstaunt, dachte wohl, ich will schmusen. Aber ich gebe zu: Ich wollte schon auch das Brötchen haben! Mama wollte es wegpacken – aus Vernunftsgründen, denn die Fahrt dauerte ja noch an. Papa war aber derart gerührt, dass er Mama überredete – mit ganz gemeinen Aussagen wie: „Ach sei doch nicht so hart!“ Und so hab ich das Brötchen dann doch gekriegt. Das war echt lecker!

Zuhause angekommen hat mich fast der Schlag getroffen. Da hatten die doch tatsächlich schon 2 Hunde und auch noch 2 von diesen „Miau-Dingern“. Alle stürzten auf mich los, um mich zu begrüßen.
Mein Ridgeback-Mann ist ein charmanter, sehr einfühlsamer Hundemann, aber die Yorkshire-Fußhupe musste ich doch glatt schon in den ersten 5 Minuten in seine Schranken weisen. Frecher Rotzlümmel!
Die „Miau-Dinger“ find ich klasse! Das sind eigentlich keine „Miau-Dinger“, die richtige Bezeichnung ist „Windhundnasenwärmer mit beruhigendem Schnurrmotor“.
Ich mag die irgendwie! Sie sind für alles zu haben! Ob ich nun spielen will, dann lassen sie mich hinter ihnen herlaufen und „tun“ als hätten sie Angst vor mir, sie halten meinen „Windhundrüssel“ warm, wenn ich auf der Couch oder im Körbchen liege und ihr Futter schmeckt prima und es schmeckt noch besser, wenn Mama schimpft, weil ich angeblich einen eigenen Napf habe und die Katzennäpfe in Ruhe lassen soll.
Mama sagt, ich bin eine Essen-Diebin. Das stimmt aber nicht! Was soll ich denn tun, wenn sie einfach eine Pizza auf dem Tisch stehen lässt? Das ist doch pure Verschwendung und bevor evtl. ein fremdes Wolfsrudel im Wohnzimmer auftaucht, da ist es doch quasi meine Pflicht, die lieber selber zu essen.

ChiaraPapa hat mal gesagt: „Ob es dieses Jahr noch schneit?“
Er hat mir so leid getan, weil er sich das doch so gewünscht hat! So hab ich gedacht: „Chiara, Du machst dem Papa mal eine Freude!“ Da ich ein sehr schlauer Hund bin, weiß ich, wie ich ihn überraschen kann. Mein Styroporkügelchen-Hundekissen opfere ich gern für meinen Papa, wenn es ihm halt Freude bringt.
So hab ich das zerbissen und Esszimmer und Wohnzimmer sahen aus, wie eine Winterlandschaft! Papa hat das sehr gefreut! Er hat zumindest gelacht und hat mich „kleine Nelke“ genannt.
Mama hingegen ist eine Spaßbremse und hat natürlich gemault – machen Mamas ja gelegentlich. Das kenn ich ja mittlerweile. Aber böse meint sie das nicht, sie faselt nur manchmal was von Erziehung und Verantwortung. Aber das ist so wichtig nicht, wenn man Hund ist.
Und das bin ich! Ein Hund! (ein toller Hund)

Aber ich kann noch viel mehr!
Jeden Tag, wenn Mama uns frühmorgens zum Pipimachen rauslässt (bzw. energisch rausbefördern muss, weil wir ja bei Regen nicht so gern rausgehen), zupfe ich ein Blatt vom Gummibaum ab und spuck es ihr vor die Füße. Jeden Tag exakt ein Blatt!
Anfangs hat sie sich darüber aufgeregt, dann gewundert, dann hat sie es hingenommen… und sollte ich das heute mal vergessen und gleich rausstürmen wollen, dann macht SIE mich darauf aufmerksam, es nachzuholen.
Menschen sind komisch!

Meinen Ridgeback-Mann liebe ich, denn er vergöttert mich nicht nur, ich kann ihn auch zum Affen machen, ohne jegliche Konsequenzen tragen zu müssen.
Er passt auf mich auf, wenn ich draußen mal die Welle schlage anderen Hunden gegenüber, er überlässt mir die Wahl meiner Schlafplätze, lässt mich so liegen wie ich möchte und huldigt mir, er achtet darauf, dass meine Ohren stets sauber sind. Das ist schön!
Papa hat mal zu Mama gesagt: „Warum haben wir so unverschämtes Glück, diese lange Nase streicheln zu dürfen und in solche wunderbaren Augen sehen zu dürfen? Ich weiß es: NUR deshalb, weil Aspafriends uns das ermöglicht hat.

DANKE!

Lieben Gruß

Chiara und Familie

 


 

 

GAMO - Ein Galgo mit Vergangenheit

GamoHallo ihr Lieben,
ich bin der GAMO, bin 2 Jahre alt und komme aus dem städtischen Tierheim Madrid.

Im Juni 2006 wurde ich von A.S.P.A. friends Germany e.V. gerettet und kam bei meiner Pflegefamilie in Deutschland an.

Ich war fast ein halbes Jahr bei meinen Pflegeeltern in Delmenhorst bei Bremen, als am 15. Dezember zwei Menschleins mit einem knotterigen, alten Jack Russel Terrier vorbei kamen die mich dauernd so seltsam anschauten.
Ich hatte die Zwei ja schon auf dem Herbstfest von ASPA gesehen und mich gewundert wieso die mich ständig beobachtet haben. Am Abend kamen dann noch Silke und Andrea von Aspafriends mit ihren Galgos vorbei und sie tauschten seltsame Zettel aus. Die Stimmung war etwas gedrückt, ich weiß auch nicht wieso.
Der kleine Jacky Namens Gorath war suuuper schlecht gelaunt und knotterte alles und jeden an. Was für ein Ekel. Dann blieben die Menschen noch bis zum nächsten Morgen bei uns, ich dachte ja schon die würden nie mehr weg gehen. Ihr wisst ja das ich Angst vor Männern habe. Aber der neue Menschenmann war gar nicht sooooo schlimm und ich habe so getan als sei er gar nicht da.
Nach dem Frühstück zogen sich die Zwei an um weg zu fahren. Endlich habe ich wieder meine Ruhe... dachte ich.
Meine Pflegemama rief mich und zog mir mein Halsband an, au ja, Gassi-gehen!!! dachte ich.
Die Kinder standen an der Treppe und schauten mir hinterher, das Mädchen weinte sogar. Na ja, vielleicht dürfen die heute nicht mit. Meine Freundin, eine Jacky-Mix Dame, muss wohl auch zuhause bleiben. Ich wurde in einen großen, roten Bus verfrachtet. Neeee, ich wollte da nicht einsteigen, aber meine Pflegeeltern versicherten mir das mir nichts passieren würde. Schwupps, saß ich auf der Rückbank. Die Menschenfrau setzte sich neben mich und machte die Tür zu. Na, dann machen wir halt alle einen Ausflug!!! Jipihhhhhhh!!!!

Aber wo ist meine Familie ? Michaela und Tobias standen draußen mit dem fremden Mann vor dem Bus und redeten kurz. Sie schienen sehr traurig zu sein. Michaela weinte sogar.
Was passiert da? Ich wollte wieder raus aus dem fremden Auto und fiepste. Dann ging alles sehr schnell. Der Mann stieg ein und wir fuhren los. Ich schaute zurück, meine Pflegeeltern standen sehr, sehr traurig vor der Haustür und wurden immer kleiner. Dann konnte ich sie nicht mehr sehen.
Ich hatte Angst, ich war allein. Wo werden die mich hinbringen? Zurück in meine alte Heimat? Zurück zu dem Mann für den ich immer arbeiten musste und der mich ständig schlug? Zurück zu Hunger, Durst und Schmerzen? Es blieb mir nichts anderes übrig als mich in mein Schicksal zu fügen, also legte ich mich erst einmal hin und schaute aus dem Fenster. Die fremde Frau streichelte mich und redete leise auf mich ein. Das war sehr beruhigend. Ich weiß gar nicht wie viele Autos ich gezählt hatte als ich endlich einschlief.

Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es weiter, und weiter, und weiter.

Gamo

Die Fahrt schien endlos zu sein. Irgendwann wurde das Auto langsamer und der Bus stoppte. Die Zweibeiner sagten etwas wie: Jetzt bist du zuhause, schau dich in aller Ruhe um. Raus aus dem Auto, die Treppe runter und schon stand ich in einem Garten. Aha, gar nicht sooo schlecht! Die Haustür ging auf und eine geballte Ladung neuer Gerüche schoss mir in die Nase. Na dann, erst mal alles Inspizieren. Küche, Mülleimer, Fressnapf und....huraaaaaa, eine Couch!!!!
Der kleine Gorath verfolgte mich überall hin und beäugte mich misstrauisch. Das ist alles MEINS!, sagte er ständig. Na ja, von der Couch gab’s ja zwei. Erst mal ein Nickerchen.....

Am nächsten Morgen (ich hatte sicherheitshalber auf der Couch übernachtet!), lag die Menschenfrau immer noch im Bett. Der kleine Gorath schlief auch noch, nur der Mann war schon auf. Vielleicht sind die Beiden ja doch nicht so gefährlich, schließlich wurde ich gar nicht so viel beachtet. Ich fühlte mich schrecklich alleine und so nahm ich all meinen Mut zusammen und ging zu dem Mann. Er würde mich hoffentlich nicht tot schlagen.
„Hallo Gamo, ich bin der Stefan“, sagte er und hielt mir die Hand vor die Nase. Puhhhh, ich war erleichtert das er mich nicht schlug. Eigentlich war er ja ganz nett und ich beschloss ihm meine Freundschaft anzubieten. Seitdem habe ich vor ihm keine Angst mehr.

Die Frau, die sich Maya nannte, ist auch sehr nett zu mir, nur die kleine Trethupe knurzelt immer herum. Tu dies, mach das, lass mein Spielzeug in ruhe...
Aber abends liegen wir zusammen immer vor dem Ofen, da brasselt so ein richtig schönes Feuer drin und es ist soooo schön warm.

Nach einer Woche in meiner neuen Familie machten wir einen schönen Ausflug.

Wir trafen uns in Engers am Rhein mit einer Frau Namens Elke von ALBA (wie ich später erzählt bekam hat sie die Vorkontrolle für mich gemacht) und ihren zwei bildhübschen Galgas. Mann, was für feurige Mädels. Die Eine ist zwar schon etwas älter, aber die Andere hat mir sehr gut gefallen.

  

Gorath war natürlich auch dabei. Wir gingen auf eine endlos große Wiese und Maya sagte zu mir: Lauf mein Junge, lauf ! Wie jetzt, ich war doch angeleint? Ich ging vorsichtig ein paar Schritte vor, kein Zug am Geschirr.....noch einen...und noch einen Schritt.
Und dann lief ich los! Ich war frei! Ich lief und lief, Runde um Runde... mein Herz raste, meine Lungen pumpten und ich musste vor lauter Glück lachen. Ich lief bis ich nicht mehr konnte und ich mich einfach nur ins Gras fallen ließ. Die Menschen waren überglücklich und lachten auch.
Dann lief ich wieder, zusammen mit dem Gorath und der Galga. Sie waren alle nicht so schnell wie ich. Ich war wie der Wind, endlich frei.
Und ich ging zu ihnen zurück, zu meinen Menschen. Es war ein unendlich schöner Tag.

GamoIn Delmenhorst konnte ich leider nicht so viel frei laufen, da meine Pflegeeltern von meinem Jagdtrieb wussten und es dort sehr viel Wild gibt. Sie hatten Angst um mich. Hier kann ich jeden Tag rennen, nein eher fliegen!
Ich habe neue Hundekumpels gefunden mit denen ich Laufen, Schnüffeln, Buddeln und Spielen kann. Ich schlafe jetzt nachts im Bett ( Hurra!) und nicht mehr auf der Couch. Der kleine Gorath hat sich auch an mich gewöhnt und brummelt nicht mehr so viel. Maya kocht sogar für uns und ich kann euch sagen: echt lecker!
Und: mittlerweile habe ich auch Spielzeug. Das ist echt Klasse! Ein Stofftier, einen alten Knochen und einen Futterball...mhhhhh... Kurzum, mir geht es galgo-gut.

Jetzt freue ich mich nur noch auf den Sommer, denn das Wetter ist momentan echt bescheiden. Na ja, ich finde Regen auch nicht toll aber wenn ich rennen darf dann ist das auch kein Problem. Wenn meine Eltern auf der Arbeit sind dann nehme ich mir immer ein Kleidungsstück von ihnen mit dem ich dann schmusen kann. Ich darf das, denn ich mache nichts kaputt.

Ich werde aber wohl noch einige Zeit brauchen um mein erstes Leben in Spanien zu vergessen. Meine drei gebrochenen Rippen und die vielen Narben erinnern mich ständig an die Qualen die ich dort erlitten hatte. Ich muss ständig an die denken, die nicht das Glück hatten/haben nette Menschen und ein sicheres Heim zu finden. Die, die Hunger leiden müssen, geprügelt oder vergewaltigt werden, die, die qualvoll am Strick enden, die, die angezündet, aus dem Fahrenden Auto geworfen oder zu Tode geschleift werden, die, die in Brunnen geschmissen oder mit einem Pflock im Mund auf die Straße geschmissen werden.

Wenn ich hier so auf meiner Couch liege, das brasselnde, wärmende Feuer im Rücken,
zufrieden vom Laufen und dem guten Essen, wohlbehütet und geliebt, dann kann ich mir gar nicht vorstellen wieso es auch Menschen gibt die so anders, so böse zu uns Tieren sein können. Wieso ?
Man kann nur von Glück reden und stolz sein auf die Menschen, die es gut mit uns meinen, die unendlich viel leisten, körperlich, geistig und vor Allem gefühlsmäßig, um uns aus der Hölle zu befreien, die, die uns einen Pflegeplatz geben damit wir nicht noch länger leiden müssen und denen, die uns letztendlich zu sich holen und nicht einen kleinen niedlichen Welpen von einem Massenvermehrer kaufen.

Das Schicksal hat es gut mit mir gemeint und ich hoffe noch mit vielen, vielen anderen mehr!

Liebe Grüße,
Eurer Gamo


 

 BRAUN de la Mancha 

Braun de la ManchaHallo.....mein Name ist BRAUN....Braun de la Mancha!!
Meine Menschenfrau sagt, das kommt von Don Quichote und heißt Hund von der traurigen Gestalt. Außerdem sagt sie, ich sollte doch mal was schreiben: wie es hier alles mit meinen Menschen angefangen hat.
Es würden noch so viele Menschen Zweifel haben eine südländische Gumminase wie mich! :O)) zum Beispiel aufzunehmen.
Also...
Ich bin ein echter Flokati espanol....ein echter iberischer Mähnenhund! und wie meinen Namen zu entnehmen ist, fließt in mir spanisches, ritterliches Blut! (Anmerkung Menschenfrau: er ist "nur" ein  Mix, aber ich hab´s ihm nie erzählt:O)) ich habe mich schon immer gewundert, warum man mir meine Ohren bearbeitet hat, aber wahrscheinlich gehört das eben zu einem echten spanischen Ritter dazu.
Ich komme aus der Nähe von Madrid, man sagt, man hat mich in Toledo aufgegriffen, in der es viel Weideland gibt. ich musste mir ja erst mal meine Ohren verdienen, und so habe ich meinen ersten Job als Hirtenhund angenommen. Das habe ich wahrscheinlich ca. 1 Jahr gemacht. Bis ich meine wahre Bestimmung entdeckt habe: ich bin nämlich ein Jäger... ein leidenschaftlicher dazu. Leider hat mich das bestimmt meinen Job gekostet (Anmerkung: das ist die Geschichte die er erzählt, was wir leider nur vermuten - er war wahrscheinlich untauglich, da er es bis heute nicht lassen kann, all den Häschen dieser Welt nachzujagen und darüber die Zeit zu vergessen). Nun gut... man brachte mich also in ein Gladiatoren-Camp (Perrera). Dort sollte ich weitere 3 Jahre verbringen (zwischendurch mußte ich mir mal selbst Ausgang geben, man hat mich wieder gefunden als ich angeblich! kleine Mädchen um Fresschen angebettelt habe)... bis man mir eines Tages mitteilte ICH!!!! sei der Auserwählte. Man erzählte mir von einer weiten Reise... nach Deutschland… häh ??? Deutschland ???? wo liegt das denn bitte?
Am 11. Februar 2003 war es nun endlich soweit. Man stopfte mich mit einigen meiner Freunde in einen Bulli und die Reise ging los. Hätte ich das gewußt... wo ich Autofahren doch äußerst doof finde!
Ich weiß nicht nach wie viel Stunden Zeit wir endlich an einem Ziel angekommen sind. Hannover... man sagte hier wäre Hannover. Hier mußte die neue Arena sein... es waren viele Menschen gekommen um uns zu begrüßen. Für mich sollten gleich 2 Interessenten da sein... aber es war mir eigentlich egal... mußte mich erstmal in Ruhe umgucken. Tja... und da stand sie dann... meine Menschenfrau.
Es dauerte noch 3 Wochen, bis ich endlich meine eigene Familie bekommen sollte. Denn ich mußte für einen kurzen Check-up in die Kurzzeitpflege... hatte meine Menschenfrau doch "schiss", das ich ihrem Kuhkater was antun könnte. (Ey...du alter Gumminasenträger... sag nicht immer Kuhkater zu mir: ich Dr. Oskar von Lilienthal genannt Mulli-Hulli habe den schönsten weißen-schwarzen Mantel hier in ganz Ostfriesland und glaub jetzt ja nicht, das du noch mal wieder was von meinem Fresschen abbekommst!) (jetzt mach hier mal kein Zwergtigeralarm... sonst komm ich nie zum Ende)Braun
Wo war ich doch gleich: ach ja Kurzzeitpflege... es wurden 3 Wochen, weil unbedingt ein kleiner 10-jähriger Junge mich haben wollte und so hat meine Menschenfrau mich frei gegeben. Aber sie waren wohl nicht wirklich interessiert an mir... haben mich nach 2 Wochen wieder zurückgegeben mit irgendeiner komischen Ausrede. Als meine Menschenfrau das gehört hat... ist sie sofort gekommen und hat mich nach Hause geholt. Ich habe ihr das mit der Kurzzeitpflege verziehen... war sie doch Hundeanfänger.
Und so sollte mein neues Leben in Ostfriesland starten. Eigentlich gab´s da nicht viel zu starten... denn ich habe eher ein ruhiges Gemüt. Und ich hab mich auch nicht groß angestrengt... wer weiß denn schon, was diese Menschen von mir wollen - wahrscheinlich muß ich eh bald wieder gehen. Also habe ich mich so gut wie möglich zurückgehalten. Es gab hier lecker Fresschen und dann hab ich mich meist irgendwo hingefleezt... schließlich brauche ich genügend Schlaf. Das allerbeste war, das ich mein neues Reich nicht nur mit dem k…k…Kater teilen mußte, sondern im Garten liefen auch diese watscheligen Geflügelteile (Anmerkung Menschenfrau: unsere Enten und Hühner). Meine Menschenfrau teilte mir unmissverständlich mit, das die nicht schmecken würden, man braucht sie auch nicht zu jagen und außerdem würden sie zur Familie gehören. Das hab ich schnell kapiert... weil meine Menschen mir das mit viel Liebe beigebracht haben. Heute helfe ich meiner Menschfrau beim füttern. Dann stell ich mal eine Pfote auf so ein Ententeil und schlecke ihr über die Glatze.
Und die blöde Gans, die dieses Frühjahr ihren "Rüden" verloren hat, hat sich doch glatt in mich verliebt: wenn ich in den Garten gehe verfolgt sie mich ständig... würdige ich sie eines Blickes legt die sich doch glatt platt auf die Erde und will mich auffordern... ich glaub´das geht jetzt zu weit. Ich schlecke ihr dann kurz über ihre Glatze und lasse sie dann links liegen.
Im August 2003 kam dann noch ein Familienmitglied, die: alte Mafiosikatze Püppi di Müppi. Die muß mich wirklich abgöttisch geliebt haben, denn sie ist am Anfang immer mit mir und meiner Menschenfrau spazieren gegangen... und wir laufen mindestens ne Stunde zusammen. Aber sie wollte eben immer bei mir sein und auch mal mein Felli pflegen. Wer nun glaubt ich bin das Schaf im Hundepelz... weit gefehlt!
Ich liebe es, spazieren zu gehen und all die netten Hasen- und Rehspuren zu erschnüffeln. Dann kann ich meine Beine aber in die Hand nehmen, das meine Menschen am Anfang sehr erschrocken waren.
Die haben sich dann die Seele aus dem leib geschrieen. Aber ich kann sie dann leider nicht hören... nicht wegen meiner Ohren… mein Gehirn muß sich voll auf diese leckeren Flitzer konzentrieren.
Ach… und fremde Katzen sind dann auch nicht mehr die Ausnahme. Meine Menschenfrau mußte lernen, wann sie mich ableinen kann oder eben nicht.  Jedenfalls hat man mich hier nach relativ kurzer zeit ausgezeichnet. Ich denke mal, als eine der besten Schnüffelnasen in der Umgebung. Man verlieh mir einen Orden, den ich immer tragen muß. Von da an war ich Schnüffelagent 1817. Letztes Jahr muß man mich befördert haben (das passiert hier alle paar Jahre) ich bekam einen neuen Orden... nun war ich Agent 3570 der Gemeinde Friedeburg.
Meine Leidenschaft zu jagen, wollte ich nach einiger Eingewöhnungszeit dann noch etwas erweitern: auf Autos und Radfahrer, aber nicht alle... nur bestimmte... und meine Menschen sind noch heute am überlegen, woran ich das festmache. Heute haben wir uns geeinigt: ich keine Autos... keine Räder... dafür tolle Leckerlies. Fairer tausch, oder?
BraunIm großen und ganzen habe ich mir lange überlegt, ob ich mich denen wirklich anschließen soll... zu lange war ich der einsame Ritter.  Meine Menschenfrau erzählt mir noch heute: na... kannst du dich noch erinnern, als wir in der Sparkasse auf den Fliesen standen und du dir vor Schiß fast in die Hose gemacht hast... keinen schritt konnte ich dich vor- oder rückwärts bewegen. Du bist noch nicht einmal ins Badezimmer gegangen. Anfassen konnte man dich nur von vorne, dein Hinterteil war absolutes tabu. Wasserschläuche, Besen oder ähnliches brachten dich zum laufen. Und wenn wir mit dir irgendwo hingegangen sind hast du dich Interesselos zum schlafen gelegt. Hätten wir dich da gelassen, wäre es dir wahrscheinlich noch nicht einmal aufgefallen. Und erinnere dich an die Dienstage... wo all diese gelben Säcke an der Straße lagen und dich magisch anzogen... der Mülleimer zog deinetwegen in die Vorratskammer um.
Es hat wohl ungefähr ein Jahr gebraucht, bis ich mich entschlossen habe: okay... dies sind meine Menschen!!!!! Ich habe nun auch keine Angst mehr, weil ich weiß, dass sie mich beschützen und mich lieben.
Mittlerweile lebe ich hier schon fast 3,5 Jahre... ich mußte einiges hier in Deutschland lernen... war doch so vieles anders als in Spanien... besonders diese regeln... pups nicht hierhin... pinkel nicht dadran...
Und jagen durfte man eben auch nicht mehr wie man wollte. Aber ich liebe sie! meine Menschen! (na gut Kuhkater... dich vielleicht auch ein bisschen, aber nur ein bisschen) und heute würde ich alles für sie tun. Ich laufe niemals mehr soooo! :O)) lange hinter Häschen her und muß meine Menschen immer daran erinnern nach Hause zu gehen... weil es doch jetzt mein Zuhause ist!
 
(Anmerkung Menschenfrau: heute ist Braun 8 Jahre alt, er hat sich in unser Herz geschlichen, so, das uns oft bei seinem Anblick das Herz übergeht. Sicher mußte unser Hundi einiges lernen, aber was dieser Hund uns beigebracht hat ist unvorstellbar: aber das Einfachste davon war viel Liebe und Geduld!
Wir würden uns immer wieder für eine südländische Gumminase entscheiden, denn obwohl sie durch den Menschen oft schreckliche Sachen erleiden mußten, haben sie eine gewisse Natürlichkeit und Unverdorbenheit zu Mensch und Tier nicht eingebüßt (ich nehme richtig misshandelte Tiere hiervon aus) .................. Braun: wir lieben dich!

 


 

Teil 1. MORITO's Reise ins Glück 

Morito in SpanienHallo, ich war MORITO, ein Dackelmix aus Socuellamos.
Seit mein neues Leben begonnen hat, werde ich MORI gerufen und als Mori habe ich es jetzt so schön wie noch nie. Dabei dachte ich, als man mich in Spanien in eine Transportbox gesteckt hat, jetzt ist es aus. Wer weiß, was man nun mit mir und meinen vielen anderen Freunden vor hat.
Das war für mich nicht einfach. Schließlich hatte ich mich daran gewöhnt, dass ich mit meinem großen Galgofreund in einem Zwinger untergebracht war. Die Menschen dort haben uns geholfen, so gut sie konnten und das war für mich und die anderen ein großes Glück. Kein Wunder also, dass ich es gewaltig mit der Angst bekommen habe, als ich aus der mir vertraut gewordenen Umgebung gerissen und in ein Auto gebracht wurde.
Dann begann ein nicht enden wollendes Gepolter und Geschaukel. Ich dachte schon das hört nie wieder auf. Wer das noch nicht selber mitgemacht hat, noch dazu ohne zu wissen, wofür das gut sein soll und wie es weitergeht, kann sich meine Angst nicht vorstellen. Na wenigstens war ich nicht alleine und geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.
Plötzlich wurde es still und die Tür ging auf. Vor Schreck und Kälte habe ich gezittert wie ein Hund. Was war denn das für ein Mistwetter da draussen. Waren wir nicht schon genug  gestraft in unseren Boxen? Es kam noch schlimmer. Meine Box ging auf und ich wurde heraus geholt. Mitten zwischen fremde Menschen und Autos stellte man mich und der kalte Wind pfiff schrecklich. So sieht also das Ende aus, dachte ich.
Ein mir vollkommen unbekannter Mann hängte sich mit seiner Leine an mich und begann in einer seltsamen Sprache auf mich einzureden. Ich verstand kein Wort... Wo war mein Zwinger, mein Galgofreund und die lieben Menschen , die mir geholfen hatten, als es mir noch schlecht ging?
Der Mann hörte nicht auf, auf mich einzureden konnte er nicht sehen, welche Angst mich gepackt hatte. Er hockte sich zu mir herunter und nannte meinen Namen.
Was war das? Das erste Wort, das mir in dieser unwirtlichen Umgebung vertraut war. Woher kannte der mich?
Ich wurde plötzlich gestreichelt und dieser Mann hatte für mich zwei Näpfchen hingestellt. In eines schüttete er frisches Wasser und ins andere etwas, das ich so noch nicht gesehen hatte und gut roch es noch dazu.
Das Wasser schmeckte prima und als ich das andere Zeug gekostet hatte, konnte ich nicht wieder aufhören es zu verputzen. Ich wollte mehr, aber zu Essen hat er mir erstmal nichts mehr gegeben. Dafür aber streichelte er mich immer weiter mit seinen grossen, warmen Händen. Das hat mir lange gefehlt und tat sooo gut.
Ich wurde ruhiger und begann mich umzusehen. Viele meiner Freunde standen da. Ihnen war es auch nicht geheuer, aber auch bei ihnen war die grosse Angst gewichen und alle haben zu trinken und essen bekommen. Na wenigstens muss man am Ende des Lebens nicht Hunger und Durst leiden, denn das es jetzt zu Ende war, daran zweifelte ich noch nicht.
Dann führte ich den großen Mann ein wenig dort auf dem Platz herum, denn ich hatte ihn ja noch immer an seiner Leine und ehrlich gesagt wollte ich ihn auch gar nicht mehr hergeben, nachdem er es so gut mit mir gemeint hatte.Morito
Widerspruchslos kam er mit mir zu einem Baum, wo ich mich erleichtern konnte. Wenn es nun nicht mehr so kalt und windig wäre, könnte man es hier sogar aushalten, dachte ich und als hätte der Mann das verstanden, nahm er mich auf den Arm und setzte mich wieder in eine Box. Allerdings stand diese in einem warmen Auto auf dem Beifahrersitz und darin lag eine schöne weiche Kuscheldecke.
Schon wurde ich wieder durchgeschaukelt. Diesmal konnte ich aber die ganze Zeit sehen, wie eine mir unbekannte Landschaft an mir und dem großen Mann vorbeigejagt wurde. Wohin wollten denn die Bäume und Häuser alle? Es kam mir so vor, als floh die Welt genau von dort, wohin wir fuhren.
Dort muß es schrecklich sein, ging mir durch den Kopf. Noch nie hatte ich ganze Wälder und Orte so schnell nach hinten flüchten sehen. Wieso nur ging unsere Fahrt ausgerechnet dorthin von wo sich alles andere entfernte?
Der Mann schien davor keine Angst zu haben. Jedenfalls ließ er sich nichts anmerken. Immer wieder sagte er die seltsamen Worte: ”es ist alles in Ordnung  kleiner Mori”. Das war so beruhigend, dass ich wohl sogar eine Weile geschlafen haben musste, denn plötzlich standen wir an einem Ort, den der Mann “daheim” nannte. Keine Ahnung wo das war, aber es konnte nicht der schreckliche Ort sein, vor dem vorhin alle Häuser und Bäume davonliefen, denn hier gab es das alles noch.
Ich durfte aussteigen. Eine Frau mit lachendem Gesicht kam gelaufen. Auch sie wusste seltsamerweise wer ich bin und streichelte mich. Als ich, noch ganz aufgeregt, da stand und mich umsah, kam aus einer offenen Tür plötzlich Artur. Den verstand ich sofort, der spricht ja wie ich die selbe Hundesprache.
Er ist etwa so groß wie ich und ein lieber Freund. Arthur begrüßt mich herzlich und wir gingen alle zu der Tür hinein.
Das war die Tür in ein glückliches, ganz neues Leben. Doch davon erzähle ich Euch später, wenn Ihr es möchtet.
Ich darf nun für immer hier bleiben und mein vermeintliches Ende erwies sich als Beginn der herrlichsten Zeit meines Daseins.

Teil 2. MORITO's neues Leben

MoritoDie Tür in ein glückliches, ganz neues Leben war mir geöffnet, wie Ihr ja schon gelesen habt. Mit dem ersten Schritt über die Schwelle hatte ich jedoch Probleme.
In meinem alten Leben war für mich an der Tür immer Schluss. Über die Schwelle durfte ich nie. Immer wenn nun hier eine aufging, war dahinter ein anderer Menschenzwinger und die Menschen, die Artur mir als Mama und Papa vorgestellt hatte, schienen selber auch nicht recht zu wissen, in welchen davon sie gehörten, denn sie liefen immer mal wieder in einen anderen. Das war für mich ganz verwirrend. Ich durfte zwar gleich überall mal mit hinein sehen, aber nie lange drin bleiben und alleine schon gar nicht. Andauernd fragte mich der große Mann, hinter dem ich nun immer herlaufe und den ich jetzt nur noch Papa nennen werde, ob ich mal raus wolle. Das verstand ich nicht .Warum soll ich erst rein um dann gefragt zu werden, ob ich raus will? So viel Neues auf einmal. Da fand ich es besser, erst einmal eine Bleibe für mich zu markieren, damit ich nicht den Überblick verliere. Also habe ich mir da ,wo das Wasser manchmal rauscht und der große Spiegel an der Wand ist, eine Ecke ausgesucht und eine schöne Pfütze hingemacht.
Da der Artur diese Ecke seltsamerweise noch nicht für sich markiert hatte, gehörte sie nun mir- denkste!  “Was machst Du da“ fuhr mich bei dieser wichtigen Angelegenheit der neben mir stehende Papa an und jagte mich in den Hof hinaus. Vor Schreck lief ich wie ein geölter Blitz. Das Herz war mir ein ganzes Stück nach hinten gerutscht, so dass es mir nun dadurch hinten drückte und ich mir, draußen angekommen, gleich große Erleichterung verschaffen musste. Papa ließ mich dabei in Ruhe und so konnte ich mein dringendes Geschäft vollenden. Er lobte und streichelte mich dafür??? Wo war ich nur hingeraten? Für die gleiche Sache wurde man drinnen geschimpft und draußen gelobt? Das konnte ich mir nicht erklären.
Schon am nächsten Tag merkte ich mir diesen Sachverhalt, als ich mir wieder die besagte Ecke ausgesucht hatte und erneut rausflog. Das musste wohl so sein. Da ich lieber gelobt als geschimpft werde, begriff ich schnell, dass es nicht nötig war, mir drinnen ein Revier zu markieren, denn dort gehört jedem von uns alles. Naja, jedenfalls alles, was nicht gerade auf dem Tisch steht.
Überall gibt es hier schöne Decken und in der Küche, unter dem Fenster, werden uns die Speisen in blitzblanken Näpfchen serviert. Das war früher bei den Hochherrschaftlichen bestimmt nicht besser und irgendwie scheine ich ja auch ein wenig blaublütig zu sein, denn manchmal spricht mich Papa mit einem Adelstitel an. Er nennt mich dabei laut und deutlich, damit es die anderen auch alle hören können: “ Runter vom Tisch !“ Ein schöner Name, wenn auch etwas lang. Das macht mich ganz stolz.
Bei all dem vielen Neuen hier, ist für mich das Beste, dass der Papa immer da ist, denn er arbeitet zu Hause und so kann ich ihm den ganzen Tag hinterher laufen. Wir gehen oft mit Mama und Artur spazieren. Hier gibt es so schöne ruhige Waldwege und große Wiesen zum rumtollen.Morito und Artur

Ab dem dritten Tag wurde mein Glück perfekt, auch wenn ich vorher noch eine Tortur zu überstehen hatte. Bis dahin musste ich nämlich immer alleine im Bad schlafen und alle Anderen, sogar Artur, verschwanden hinter einer der zahlreichen Türen. Jedes Mal, wenn ich da mit hinein wollte, wurde ich zurück ins Bad geschoben und musste dort (für mich völlig unverständlich) bis zum nächsten Morgen auf meinen Platz.
Am dritten Tag brach dann vollkommen unverhofft und aus heiterem Himmel die Sintflut über mich herein, nachdem Papa mir zum wiederholten Mal gesagt hatte, ich würde stinken. Ich verstand diese Sprache immer noch nicht, aber das Wasser rauschte plötzlich massenhaft auf mich nieder. Es war schön warm, deshalb gefiel es mir sogar recht gut. Ich weiß aber nicht, warum er so eine Dreckbrühe dafür benutzte, denn was mir da zwischen den Füßen runter lief war ja so etwas von eklig!
Von diesem Tag an war auch für mich die letzte Tür, die ich bis dahin noch nicht passieren durfte, offen. Ungläubig beäugte ich am Abend das Zimmer in dem zwei große weiße Wolken, wie ich sie bis dahin nur am Himmel gesehen hatte, lagen. Auf  einer davon hatte Artur es sich bereits gemütlich gemacht und Mama war gerade dabei, sich in dieser Wolke zu verstecken. Papa ließ die Tür offen, ging schnurstracks auf die zweite Wolke zu und verschwand darin.
Was nun? Zurück ins Bad? Alles war offen, aber im Bad hatte es heute ja so stark geregnet und ich war gerade erst wieder trocken geworden. Diese beiden Wolken hier sahen nicht nach Regen aus und so entschloss ich mich, vorsichtig näher heran zu gehen. Schließlich musste ich ja hinter dem Papa her, wie ich es am Tage auch immer machte. Die Wolke bewegte sich plötzlich! Puh, hab ich mich erschreckt! Darin saß Papa, den ich mindestens schon eine halbe Minute nicht mehr gesehen hatte. War das eine Wiedersehensfreude. Mit einem Riesensatz war ich bei ihm und versank in der warmen, weichen Wolke. Lange konnte ich mich nicht beruhigen und ich sprang auch mal zu Artur hinüber, dem das gar nicht recht war. Also wieder zum Papa, der mich einen Verrückten nannte und zur Ruhe ermahnte. Meine Freude über diesen Himmel auf Erden wich nur langsam der aufkommenden Müdigkeit und schließlich schloss ich die Augen. Es war warm und weich. Der Papa war da und ich versank im Glück. Ich sah den blauen spanischen Himmel über mir und eine weiche, weiße Wolke, die nach Norden zog…

Euer Mori


 

BOTTLE - und die Sache mit den leckeren Mitbewohnern 

Hallo, ich bin Bottle und soll mich hier mal zum Thema Anfangsschwierigkeiten äußern.
Weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich jetzt sagen soll, ich habe mich hier von Anfang an wohl gefühlt und auch anständig benommen, nur konnte ich mit den komischen Einstellungen der Leute hier überhaupt nichts anfangen, die waren mehr als dubios.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an:
Endlich durfte ich aus dem blöden Zwinger in Spanien raus und bin in Deutschland in einer Familie gelandet. Nicht schlecht, der Tausch, kann ich Euch sagen. Hier gibt's 'ne Heizung, 'n Sofa, 'n Bett, lecker Essen,Spaziergänge mit Hasen in Sichtweite, 'n Haufen Kumpels zum Spielen und Ohrenkraulen en masse.
Aber jetzt kommt das Beste: Die haben hier ein Buffet, neee, ehrlich. Katze, Ratte, Vogel, Degus und Hasen. Das Schlaraffenland, das muß es sein. Ist zwar alles weitestgehend hinter Draht und Glas verbarrikadiert, aber als pfiffig Kerlchen löse ich das Problem mit links.
Ich machte mich also ans Werk, irgendwie muß ich doch ans Viehzeugs kommen, vielleicht hilft ja ein bißchen Gewalt. Gleichzeitig überlegte ich mir schon mal die Menüfolge: Als Vorspeise Ratte a l'orange, dann Hasenkeule mit Rosenkohl und Herzoginkartoffel, als Nachtisch dann Vogel mit ... weiter kam ich nicht, eine Stimme störte ganz massivst meine Aktivitäten: "BOTTLE, das ist NICHT DEIN FUTTER !!!!" ÄÄÄÄHHHH, sag'mal, geht's eigentlich noch, was soll das denn jetzt? Das: bewegliche Objekte, ich: Jagdhundmischling. Und nix Futter? Habe ich jetzt Verständigungsschwierigkeiten? Wo ist mein Wörterbuch? Des Rätsels Lösung: Was ich für'ne Denksportaufgabe für Fortgeschrittene hielt, war die Behausung meiner Mitbewohner, stell sich das bitte mal einer vor!!!
Es half alles nichts, jedesmal, wenn ich auch nur in die Richting dieser wuselnden, rennenden, delikaten Tierchen schielte, kriegte ich eins auf den Deckel.
Ich war hartnäckig, versuchte es immer wieder, paßte den Moment ab, wo keiner im Zimmer war, schleimte mich ein, es half nichts, die blieben stur. Um nicht vor die Tür gesetzt zu werden, gab ich für's Erste klein bei, wollte mir das ja hier nicht verscherzen, irgendwann würde mein Tag kommen.

Wer jetzt schon verständnislos über die hier herrschenden Sitten den Kopf schüttelt, dem kann ich nur sagen, es geht noch schlimmer:
Da waren sie: Sich frei bewegende Katzen, ganz ohne Glas, ganz ohne Gitter!
Diesen Tatbestend sah ich als Einladung, also nix wie hinterher, ich entwickelte unglaubliche Schnelligkeit auf den Fliesen (Haben die hier eigentlich noch nichts von vernünftigem Bodenbelag gehört?). Aber wieder wurde ich eines Besseren belehrt. Nicht nur das sofort eine Hand an meinem Halsband war, nein, dieses widerliche Katzenvieh wetzte auch noch seine Krallen an mir.
Als nächstes wurde ich energisch darüber aufgeklärt, daß ich solch einen Blödsinn bitte zu unterlassen hätte.
Blödsinn? Wer macht hier Blödsinn? Nimm' mal die Hand vom Halsband, ich will an die Katze. NEIN. DOCH. NEIN. DOCH. Schwubs, hatte ich einen Maulkorb auf der Nase und eine Leine am Halsband. Die strikte Anweisung lautete "Vorsichtig und langsam".
Nach etwa einer Minute kontinuierlichen Winselns und Zerrens war die Tür zu, Katze im Schlafzimmer, ich draußen. Och, Mensch, nichts darf ich. Die Welt ist grausam und ungerecht.
Ich stellte wieder mal fest, daß ich den Kürzeren gezogen hatte, die sind hier stur wie die Mulis und nennen diese völlig unsinnigen Forderungen auch noch "Regeln".
Im weiteren Verlauf dieser tierquälerischen Aktivitäten bekam ich meine tägliche Dröhnung Katzenkontakt wie andere Leute ihre tägliche Pille, jedesmal, wenn ich mich von der Katze ablenken ließ, gab's Leckerchen.
Na Gut, wenn Euer Herz dran hängt, laß ich's eben und staube das Futter ab.
Darf ich denn wenigstens gelegentlich mal? Auch nicht? Nicht mal so ein kleines bißchen? Das Sofa muß ich mir mit dem Fusselzeugs auch noch teilen? Echt? Na gut, seufz!

Als wenn das nicht alles schon hart genug wäre, sollte ich auch noch nett zu den Kindern sein: Man stelle sich vor: 3, ich wiederhole 3!!!
kleine quietschende, schreiende, randalierende Terroristen. Mit Spielzeug, ohne Spielzeug, kletternd, tobend, einfach Überall.
Ich kenne keine Kinder, ich glaube, ich mag keine Kinder. Was soll das überhaupt sein?
Na, es quietscht, da probiere ich doch mal kurz mit meinen Beißerchen, was quietscht, ist eßbar, habe ich ja so gelernt. Jetzt quietscht es noch mehr. Und schon steht wieder jemand hinter mir und klärt mich über meine Rechte auf!!!
Nicht nach den Monstern schnappen, sonst Ärger? Also, jetzt mal ohne Spaß, es reicht, ich packe meine Koffer, ich drehe hier noch durch!!!

Völlig verzweifelt verzog ich mich erstmal, mußte nachdenken. Ich war am Boden zerstört, sie hatten mich zermürbt.
Nachdem ich mich wieder soweit gefangen hatte und den Kopf aus der Tür steckte, standen prompt wieder diese Tyrannen vor mir, mitsamt der ewig meckernden Alten. Was nun schon wieder?
Alle drei hatten Köstlichkeiten in den Händen!
Da mußte ich mir das Ganze doch mal etwas genauer ansehen. Sind die für mich, von Euch? Och, wie nett.
Jedesmal, wenn mir die kleinen Rabauken zu nahe kamen, gab es einige dieser netten Kleinigkeiten, so daß ich ihnen nach kurzer Zeit schon deutlich freudiger entgegenging.
Bald kamen dann die ersten Streicheleinheiten genau nach dem gleichen Prinzip.
Na ja, ließ ich mir gefallen, schließlich bin ich nicht so blöd und verzichte auf mein Futter, gell?

Aber das gehört jetzt alles der Vergangenheit an, wir haben uns mittlerweile arrangiert, so heißt das, glaube ich.
In puncto Mitbewohner, egal, welcher Art, habe ich mich letztendlich doch für die Leckerchen entschieden, ich meine, mal ehrlich: Wer weiß, wie lange ich gebraucht hätte, um diese ganzen Konstruktionen auseinanderzunehmen, außerdem gibt's hier doch regelmäßig was zu futtern, also, wozu der Streß und Ärger?
Auch die Kids sind ganz okay, ich habe keine Angst mehr vor denen, außerdem habe ich gemerkt, daß die wissen, daß unsereins mit Respekt zu behandeln ist.
Letztendlich gefällt es mir hier auch so gut, daß ich wohl durchaus mit den komischen Macken meiner Leute leben kann.
Ich kapiere es zwar nicht so, aber man muß ja auch nicht alles verstehen im Leben, oder?


 

PEPPER und JAY

 

Wir haben 2 Podencos. Einer davon ist Pepper. Er ist seit August 2003 bei uns.
Pepper kommt ursprünglich von Lanzarote, er fand in der Nähe von Koblenz eine Adoptivfamilie in der er von Anfang 2002 bis August 2003 gelebt hat. Dort war er dann plötzlich nicht mehr „Willkommen“ und stand als Notfall im Zergportal.
 
Dank Silke Kuttner haben wir Pepper zu uns geholt. Den Rudel- und Wohnungswechsel bewältigte Pepper reibungslos. Ein Podenco ist bei uns kaum zu finden, dementsprechend oft wurden wir auf ihn angesprochen. Eines Tages auch von einer Dame die aktiv im Tierschutz auf Teneriffa tätig ist. Unser Kontakt verfestigte sich und im August 2004 flogen wir dann selbst nach Teneriffa. Unsere Koffer voller Hilfsgüter, Spenden und Medikamente.
Während der ganzen Ferien fütterten wir Katzen und so schafften wir es , dass eine Mithelferin der Organisation
eine hochträchtige Katze einfangen konnte, damit diese die Kleinen in Sicherheit zur Welt bringen konnte. Natürlich sind wir nicht mit leeren Händen zurück nach Luxemburg geflogen. 4 Hunden und einer Katze konnten wir als Flugpaten den Start in ein besseres Leben ermöglichen (2 Welpen, 1 kleinen weissen Mischling und Jay, einem Podenco).
Jay war aufgelesen worden mit gebrochener Pfote, unterernährt und voller Flöhe. Als wir ihn zum ersten Mal sahen wartete er schon 2 Monate in Pflege der Organisation, auf seine Ausreise.
Jay hat sich schon am Flughafen in unser Herz geschlichen und bei einem Picknick eine Woche später sahen wir ihn wieder. Für uns war klar dass Pepper einen Spielkameraden bekommen würde.

Pepper und Jay verstanden sich von Anfang an blendend. Nach 2 Wochen war Jay stubenrein, wir waren stolz, dass anscheinend alles so reibungslos verlief.
Nur sollten wir bald merken dass Jay nicht verstand dass wir auch zur Arbeit gehen mussten. Er schien wahnsinnig unter Verlustängsten zu leiden und veranstaltete Chaos.
Dieses Foto hält nur eine von vielen Verwüstungsszenen fest.

Manchmal habe ich mich nur ins Chaos reingesetzt und geweint. Aber wir haben nicht eine Sekunde daran gedacht Jay wieder wegzugeben oder aufzugeben.
Seit fast einem Jahr ist es nun ruhiger geworden. Ich glaube es war gut dass Pepper „sozialer“ war. Wäre uns dies mit ihm passiert, ich glaube nicht
dass wir es mit einem zweiten Hund versucht hätten.
Während den Weihnachtsferien hatten wir sogar noch eine junge Podenca in Urlaubspflege. Alles verlief reibungslos. Auch wenn es manchmal schwierig war, werden wir immer wieder Hunde aus Tierschutzorganisationen aufnehmen. Mit viel Geduld und Liebe kann auch ein Strassenhund zum „Wohnungshund“ werden.
Diese dankbaren Augen und schönen Momente zusammen machen allen Chaos wett.

Laurence W. und Familie


 

Unser Freund „SHADOW“

(Die ersten Tage, Wochen und Monate mit unserem neuen Hausbewohner)
Wir (2 Erwachsene, 1 Kind) sind seit dem November 2004 stolze Besitzer eines Galgo-Rüden namens „Shadow“ – ca. 3 bis 4 Jahre alt und möchten hier „unsere Geschichte“ erzählen:
immer wieder, wenn ich im Internet etwas zu erledigen hatte, schaute ich mir Seiten an, auf denen Windhunde zur Adoption standen. Diese Hunde faszinierten mich schon immer.
Irgendwann hatte ich mit viel Überzeugungskraft meinen Mann erweichen können, sich auch mal ein Foto anzuschauen.
Damals noch Sheriff, war bei einer Pflegefamilie in Gütersloh, gar nicht so weit weg von uns. Schließlich sagte mein Mann: „dann schreibe doch mal eine E-Mail“.
Nach einigen Vorgesprächen, was kommen könnte, was zu berücksichtigen war und was man wissen musste, sprachen wir einen Besuchstermin mit der Pflegestelle ab.
Es war ein Samstag (Gott sei Dank, wäre es ein Sonntag gewesen, hätten wir weder Leine noch Futter geschweige denn ein Fressnapf gehabt). Als wir uns wieder auf den Weg nach Hause machten, stand nur noch die Frage im Raum: sagt die „Gebietsaufsicht“ ja?? Sie sagte JA!! Somit bekamen wir am Sonntag „UNSERE SCHNUFFELNASE“. Roland und Tanja kamen und brachten uns Shadow. Keiner hatte ja so schnell damit gerechnet, aber wir konnten einfach nicht mehr warten. Ich hatte keinen Urlaub, mein Mann musste auch arbeiten und unsere Tochter war zur Schule. In der Pflegestelle hatte er ja schon das Allein sein geübt, nur hier in fremder Umgebung?
Im Laufe des Vormittags kamen dann doch einige Gedanken...
Was macht er jetzt, fühlt er sich wohl, macht er Radau, oder „räumt er auf“ etc.???
Mittags kam dann der erlösender Anruf: „Er war ganz ruhig, hat nicht gejault, auch „nicht aufgeräumt“ und es ist alles trocken geblieben.“

Gerade zwei Wochen bei uns, musste Shadow seinen ersten Kindergeburtstag bewältigen. Aber Shadow blieb ganz COOL. Er freute sich über jedes der Kinder und begrüßte alle stürmisch.

Somit verging Tag für Tag – jeder gewöhnte sich an jeden.

Am Silvesterabend machten wir dann die Erfahrung, dass unser Shadow nicht „schussfest“ war. Er konnte einem schon Leid tun, er wusste ja nicht wo er hinsollte und was diesen komischen Geräusche waren. Er stand unter dem Küchentisch – Rute unter den Bauch, Ohren angelegt (ich glaube wenn er gekonnt hätte, wäre die Rute wieder an der Nase raus gekommen). Wir haben ihn dann mit ganz ruhigen Worten angesprochen, gestreichelt und somit beruhigte er sich.

Der Januar und Februar vergingen wie im Flug. Er war einfach nur lieb, taute immer mehr auf und fand in den Rhythmus unserer Familie.
Es kam der März. Auf einem Spaziergang (Shadow lief inzwischen auch schon ohne Leine) ging unser Nasenbär auf die „JAGT“. Es half kein Rufen und Pfeifen – er lief um sein Leben oder war es doch das Kaninchen, welches in einer Feldfurche vor ihm hochsprang. Jetzt kam der Punkt – was tun. Wir entschlossen uns dann für eine mobile Hundeschule. Die Erziehung der Zweibeiner war gar nicht so einfach, bis DIE verstanden hatten, was unser Bär so von uns wollte. Somit hatten wir alle etwas davon.

Von Tag zu Tag wurde Shadow offener. Er kam und holte sich seine Streicheleinheiten und forderte uns sogar mal zum spielen auf. Er kannte ja nichts. Ein Ball – was ist das??
Der Sommer ist seine Zeit – dort wo er einen Sonnenstrahl erhaschen kann, ist er zu finden. Spazieren gehen, eine große Leidenschaft. Nur wenn es draußen regnet, oder richtig kalt ist, schaut er mich an als wenn er sagen wollte – „Muss ich da jetzt wirklich raus“.

Auch heute hat Shadow noch immer in manchen Situationen „sehr viel Unruhe und ist sehr schreckhaft“ doch wir arbeiten immer weiter daran.
Es könnte kommen was wolle – DAS IST UNSERE SCHNUFFELNASE UND BLEIBT ES AUCH –
Wenn es nach mir ginge, hätte wir einen „GANZEN STALL VOLL“, doch mein Mann holt mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, sobald ich wieder mal im Netz rum stöbere.


(c) A.S.P.A. friends Germany e.V.
spanische Hunde brauchen unsere Hilfe